Laut. Eng. Intensiv. – SCALA fordert alles, Towers holen den Titel
Autor: Thorsten Husmann
Fotos: T. Husmann, C. Pimmer und T. Trompeter
Es war alles angerichtet für ein echtes Finale. Hamburger Meisterschaft, M18 Leistungsrunde. SCALA gegen Towers. Am Ende ging der Titel an die Towers 66:59. Abhaken? Mund abwischen und weiter? So einfach ist es dann doch nicht.
Denn dieses Spiel hatte mehr drin als nur ein Ergebnis. Was sich in dieser Halle abgespielt hat, lässt sich nicht in Zahlen pressen. Die HH Towers kamen als Favorit. Zwölf Mann im Kader, tief besetzt, körperlich präsent, eingespielt. Ein Team, das wusste, was es will. Auf der anderen Seite SCALA auch mit einer vollbesetzten Bank, aber mit einer klaren 7-er Rotation. Kein Mythos keine Fab5, aber ein verdammt starkes Kollektiv. Da hat sich in den letzten Monaten etwas aufgebaut, das man nicht einfach wegwischt.
Gianni Venturini, Klaus Cici, Finn Meyer, Alain Karpow, Curtis Michaels, Anthony Henke und Noah Meyer-Hedde trugen die Hauptlast dieses Finals. Sie standen drauf, als es eng wurde. Sie haben das Spiel getragen.
Dahinter ein Kader, der genauso Teil dieses Weges ist: Abdel Asri, Max Mosebach, Lukas Süßmilch, Victor Junion Moka und Rüzgar Gökcay. Teil dieses Teams, Teil dieser Entwicklung, Teil dessen was dieses Team ausmacht.
Die Halle war voll. 250 bis 350 Leute. Der Großteil klar auf SCALA-Seite. Es war laut, intensiv, manchmal chaotisch, genau so, wie ein Finale sein soll.
Ein Spiel auf Kante
Die erste Halbzeit ist schnell erzählt: SCALA führt mit einem Punkt. Wie schon im Hinspiel. Kein großer Vorsprung, aber ein klares Zeichen. Ein Stich ins Herz des Favoriten. Die Jungs waren da, haben dagegengehalten und die TOWERS ins Grübeln gebracht. Doch Finals sind keine Märchen. Sie sind Prüfungen.
Die Intensität? Hoch auf beiden Seiten. Defense, angefeuert von den Rängen. Offense unter Druck. Fastbreaks, die Tempo ins Spiel brachten. Blocks, die die Halle kurz verstummen ließen.
You call the travel, I’ll bring the suitcase
Es folgte ein Spiel mit allem, was dazugehört. Gute Defense-Phasen, schnelle Umschaltmomente, starke Einzelaktionen, aber auch Fehler auf beiden Seiten. Dazu Entscheidungen der Schiedsrichter, die nicht immer glücklich wirkten. Man wollte sich schon nach dem Reiseziel der Schiris erkundigen, an dass sie offensichtlich gedacht haben mussten. Schwach, das darf man sagen. Entscheidend war es am Ende aber nicht.
SCALA hatte seine Chancen. Mehr als genug , aber manchmal wurde nicht der Mitspieler gesucht, sondern der eigene Schatten im Statistikbogen. Genau in diesen Situationen fehlte die letzte Konsequenz im Teamspiel. Der Ball lief nicht wie er sollte. Reibung. Lernen, Spiele gemeinsam zu Ende zu bringen, statt einzelne Aktionen zu erzwingen; das gehört zur Entwicklung dazu.
Pressure is a privilege, it’s not given, it’s earned
Die Towers nutzten ihre Tiefe, die Frische einiger Spieler. Eiskalt. Souverän. Und mit dem letzten Pfiff?
Mehr Stille als eine Jubelwelle für den Sieger, wie man sie erwarten würde.
Ein Schweregefühl lag in der Luft. Diese Mischung aus Respekt für unsere Jungs, Enttäuschung und dem Wissen: Hier ist gerade mehr passiert als ein verlorenes Spiel. Sie haben verloren, aber sie werden daran wachsen, dafür werden Perry, Chris und Rober sorgen.
Die Enttäuschung? Groß, ehrlich, riesig, schmerzhaft. Vielleicht auch ein Stück überwältigend. Und genau das zeigt, wie viel den Jungs dieses Spiel bedeutet hat. Sichtbar in jedem Gesicht der Jungs. Aber genau darin liegt die eigentliche Wahrheit: Sie haben hoch gedacht, weswegen der finale Stand so schmerzt. Aber genau das macht sie aus, der Glaube an mehr.
Perry. Chris. Rober.
Was ihr da aufgebaut habt, ist größer als dieser Abend, dieses eine Spiel. Euer Team hat sich entwickelt. Und wie.
Ihr habt aus der Gruppe etwas geformt, das nicht nur heute konkurrenzfähig war, sondern auch in Zukunft sein wird. Diese Erfahrung, so bitter sie gerade ist, wird ihnen helfen.
Und auch drumherum war das Bild besonders: Old Boys, M16, W16 & W18, Damen 1 & 2. Alle da, alle laut. Alle Teil von etwas, das man nicht planen kann. So eine Konstellation sah man selten bei SCALA, auch davon seid ihr ein wichtiges Puzzlestück!
Unterm Strich steht eine Niederlage.
Aber eben auch die Erkenntnis: Da wächst etwas zusammen, das noch nicht am Ende ist.
Macht es zu eurem Anfang.











